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Als ich mich vor 15 Jahren in meiner Diplomarbeit mit dem Thema Work-Life-Balance am Arbeitsplatz beschäftigte, kam ich zu dem Ergebnis:   

Es gibt keine Balance.

Jeder, der vielfältige Rollen in seinem Alltag zu bewältigen hat weiß, dass es mehr ein tägliches und ständiges „Ausbalancieren“ ist.

 

Jetzt sind wir aktuell in der interessanten Situation, dass Homeoffice unser normaler Begleiter geworden ist, aber ist dadurch auch unsere Arbeit besser geworden?

 

Was machst du als Chef, wenn du bemerkst, dass deine Mitarbeiter zu viele Überstunden machen, dass sie diese schon verheimlichen müssen, weil sie nur maximal 10 Stunden pro Tag angeben können?

 

Wie gehst du mit Menschen um, die sichtlich Zeit vertrödeln, nicht weil sie nicht gut arbeiten, sondern schlicht weil sie nicht wissen, wie sie sich ihre Arbeit gut strukturieren?

 

Meist fehlt zu Hause ja auch dieser gewisse Rahmen, in welchem wir uns bewegen und so manch Einer fängt an zu schwimmen, weil er nicht weiß, womit er denn nun beginnen soll.

 

All diese neuen Herausforderungen können dazu führen, dass wir noch stärker als zuvor an unseren Leistungsgrenzen kratzen, dass es mehr Burnout-Fälle geben kann oder auch, dass wir insgesamt den Sinn und die Richtung in unserem Wirken verlieren.

 

Das betrifft vielleicht nicht dich als Unternehmer*in, weil du es gewohnt bist, eigenverantwortlich zu handeln. Aber was ist mit deinen Mitarbeitern?

Die Voraussetzungen müssen stimmen

Genauso wie unsere Kids nur unzureichend auf das wahre Leben in der Schule vorbereitet werden, genauso werden aktuell viele Arbeitnehmer und Führungskräfte sich selbst überlassen. Sie machen es dann nach bestem Wissen und Gewissen, manchmal besser, manchmal schlechter.

Was kann man tun, um Menschen zu unterstützen?

Nicht jeder hat einen so starken Unabhängigkeits-Drang, dass er sich mit mehr Freiraum befreit fühlt.

Viele werden durch mehr Freiraum verunsichert, weil sie ihre Orientierung verlieren.

Grundstein für zukünftiges Arbeiten legen

Wir müssen in unsere Mitarbeiter investieren und ihnen Gelegenheiten geben zu üben, wie man im Homeoffice eigenverantwortlich arbeitet UND lebt.

Vergiss bitte nicht, dass für viele Menschen die gedankliche und auch örtliche Trennung von Arbeit und Leben wichtig sind.

Um die veränderte Arbeitsweise erfolgreich zu meistern braucht es nicht nur das Wissen um Zeit Management und Selbstorganisation, sondern auch die Fähigkeit, seine Aufmerksamkeit und seine Energie aktiv zu führen.

Andernfalls werden deine Mitarbeiter immer noch auf jede deiner Anweisungen „warten“ oder sich nicht trauen, eigeninitiativ etwas zu Optimieren und endlos Überstunden machen, weil sie das Gefühl haben, sie müssten es tun.

Wenn du deinen Mitarbeitern und dir selbst aber die Gelegenheit gibst, Flexibilität im eigenen Tun und Denken zu entwickeln, schaffst du beste Voraussetzungen für die Arbeit von morgen.

Diese kann dann sehr flexibel aussehen, sowohl in zeitlicher als auch in örtlicher Form.

Wie siehst du das?